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MTB-Etappenrennen: Bereicherung oder Ballast für eine Beziehung?

Ludo May — 22. August 2018 — EventRadar
EventRadar

Ludo May ist Enduro-Fahrer und Mitglied der BMC Ride Crew. Nancy Pellissier ist seine Freundin. Sie ist eine versierte Skifahrerin und auch eine leidenschaftliche Mountainbikerin. Sie arbeitet Vollzeit bei Wallis Tourismus.

An einem 6-tägigen MTB-Etappenrennen wie dem Swiss Epic teilzunehmen – 280 km Distanz, 7’500 m Höhenmeter und 15’000 m Tiefenmeter – ist immer eine Herausforderung. Zu einer noch grösseren Herausforderung wird es, wenn man es als Team bestreitet – insbesondere als Paar. Die Bedrohungen für unsere glückliche Beziehung aussen vor gelassen, haben wir nicht eine Sekunde gezögert, als wir einen Startplatz für das legendäre Rennen in der Schweiz bekommen haben.

Wenn du keine Angst hast, sind deine Träume nicht gross genug!

Seit der ersten Ausgabe des Rennens im Jahr 2014 findet das Swiss Epic im Wallis statt, wo wir beide wohnen. Nancy hat das Rennen immer mit grossem Interesse verfolgt. Das diesjährige Swiss Epic war Nancys erstes richtiges Mountainbike-Rennen. Da ich bereits im Jahr 2015 teilgenommen hatte, wusste ich, was mich erwarten würde. Wir sind oft zusammen auf dem Bike unterwegs – deswegen haben wir uns auch dafür entschieden, die Herausforderung gemeinsam anzunehmen. Nancy hatte Bedenken aufgrund der Länge des Rennens, und wie sie sechs Tage am Stück im Sattel eines Bikes meistern würde. Meine Gedanken kreisten eher darum, wie ich meine Geschwindigkeit und meinen Fahrstil an denjenigen meiner Freundin anpassen kann.

Die vierte Ausgabe des Swiss Epics fand hauptsächlich im Oberwallis, dem deutschsprachigen Gebiet des Bergkantons, statt. Wir waren zwischen Grächen und Zermatt unterwegs; einige Etappen führten bis nach Leukerbad. Wir haben uns für die Flow-Kategorie angemeldet, das spassigere Format mit weniger Anstiegen und zwei zusätzlichen Abfahrten im Vergleich zum klassischen Rennformat.

Unser Ziel für das Rennen war es, zusammen Spass zu haben, es heil nach Zermatt zu schaffen und uns nicht zu trennen!

Tag 1 – Prolog – Grächen-Grächen

18 km | 650 Höhenmeter | 1’150m Tiefenmeter

Das Rennen begann in Grächen, einem kleinen Skiort im Mattertal. Bei der Bergstation des Hannigalp-Lifts startete der 18 km lange Prolog. Nach einem kurzen, aber nicht minder heftigen Anstieg auf der Skipiste führten uns lange, flowige Single Trails wieder zurück ins Zentrum des Dörfchens.

Alles hat bestens funktioniert, Nancy war in guter Form und ich war zuversichtlich für den weiteren Verlauf des Rennens. Es war für mich sehr schwierig abzuschätzen, wie sich Nancy in den Downhill-Sections fühlen würde. Wenn wir normalerweise zusammen biken gehen, stoppen wir oben, um die Aussicht zu geniessen und uns für ein paar Minuten zu erholen. Beim Swiss Epic war alles anders: Wir pedalierten so schnell wir konnten hoch und haben genau dasselbe bei der Abfahrt gemacht, wobei wir Stürze möglichst zu vermeiden versuchten.

Auch wenn ich nicht so schnell wie sonst fuhr, genoss ich es dennoch in vollen Zügen, „daheim“ und zusammen mit meiner Liebsten unterwegs zu sein. Wir schlossen die Etappe auf dem guten 3. Rang der Mixed-Kategorie ab.

 

Tag 2 – Etappe 1 – Grächen-Leukerbad

72 km | 1’600 Höhenmeter | 4'050 Tiefenmeter

Dank unserem Podestplatz im Prolog konnten wir die Etappe vom ersten Block aus starten. Wir entschieden uns für einen lockeren Start und wollten erst mal sehen, wie sich die Dinge auf der über 70 km langen Strecke mit 1‘600 zu bewältigenden Höhenmeter entwickelten. Mit einem grossen Teil des Pelotons vor uns konnten wir unsere Linie frei wählen, was insbesondere für den steinigen und rutschigen Downhill von Vorteil war. In der Hälfte der Strecke beschloss ich, Nancy vorweg fahren zu lassen. Sie führte mir vor Augen, dass sie schneller fahren kann, als ich zunächst angenommen hatte – aber mir wurde auch klar, was für Risiken wir in unserem Sport auf uns nehmen. Ich hatte ein paar Pulsaussetzer!

Nach einer langen Abfahrt bis nach Stalden erwartete uns eine Asphaltstrasse, welche bis zu den Visperterminen führte. Von da aus ging es auf einem Single Trail nach Viège, auf dem wir viel Spass hatten und einige Teams hinter uns lassen konnten. Ein Shuttle erwartete uns in Viège und brachte uns hoch nach Unterbäch. Wir waren nicht besonders traurig, den langen und steilen Anstieg so zu überspringen, und hatten echt Mitleid mit den Fahrern der Epic-Kategorie. Eine weitere Abfahrt bis nach Raron stand bevor, und dieser Downhill zauberte uns ein Dauergrinsen ins Gesicht.

Aber Nancys Lächeln war wie weggewischt, als sie von der rund 15 km langen flachen Passage erfuhr. Definitiv nicht ihre Lieblingsdisziplin… Ich fuhr voraus. Sie versuchte, nahe an meinem Hinterrad zu bleiben, litt allerdings ziemlich dabei und verlor rasch ihre Motivation. Irgendwann wurde sie wütend: „Fahr nicht so schnell! Brems mal ein bisschen ab! Wie viele Kilometer sind es eigentlich noch?“ Zum Glück sind die Swiss Epic-Etappen nicht alle flach, ansonsten hätten wir uns vermutlich getrennt! Während des letzten Shuttles zwischen Leuk und Leukerbad konnten wir uns für den anschliessenden Downhill erholen. Als wir die Ziellinie überquerten, war auch das Lächeln wieder zurück auf Nancys Gesicht. Die längste und härteste Etappe der Woche hatten wir bereits hinter uns!

Tag 3 – Etappe 2 – Leukerbad-Leukerbad

52 km | 1’050 Höhenmeter | 3’550 Tiefenmeter

Der dritte Tag startete mit einem kurzen Anstieg, ideal zum Aufwärmen. Der erste Trail war schlicht super, weicher Untergrund und viele Spitzkehren. Das einzige Problem bei solchen Rennen ist das Überholen von anderen Teams: „Pardon! Sorry! Achtung rechts!” mussten wir immer und immer wieder wiederholen. Eines der Highlights der Woche war die Überquerung der Pont de l’Araignée, der Spinnenbrücke. Sie ist 200 m lang, nur 50 cm breit und führt über einen rund 190 m tiefen Abgrund. Was für ein Gefühl und was für eine Aussicht von dort oben!

Während der Etappe begann es zu regnen, was zu schlammigen Trails führte. Nancy fühlte sich nicht mehr so sicher wie auf trockenem Untergrund, deshalb nahmen wir es ein bisschen lockerer. Ich versuchte, ihr gute Tipps zu geben, damit sie nicht stürzte. Wir haben es sicher und in einem Stück zurück nach Leukerbad geschafft, wo wir gleich einen Zwischenhalt im Massage-Zelt von Perskindol gemacht haben. Daran könnten wir uns definitiv gewöhnen…

 

Tag 4 – Etappe – Leukerbad-Leukerbad

30 km | 800 Höhenmeter | 2’100 Tiefenmeter

Das Wetter war sehr schlecht an diesem Tag. Die Organisatoren hatten sich bereits dazu entschlossen, die Strecke zu verkürzen, damit alle die Etappe vor dem prognostizierten Temperatursturz am Nachmittag hinter sich bringen konnten. Nancy und ich waren glücklich mit diesem Entscheid. Wir fühlten uns recht platt und wären am liebsten gleich im Bett geblieben…

Wir brachten schweigend einige Kilometer hinter uns, bevor die Stille zwischen uns wieder zögerlichen Annäherungen wich

Zum Glück waren wir zu zweit und konnten uns gegenseitig motivieren. Wir haben uns fertig und auf zur Startlinie gemacht. Die 800 Höhenmeter galt es gleich zu Beginn des Rennens zu bezwingen – definitiv kein Zuckerschlecken! Der Downhill im Anschluss war sehr rutschig und technisch. Ich sorgte mich um Nancy, die meiner Meinung nach zu viel Risiko einging. Nach mehrmaligem Ermahnen meinerseits („Pass auf!“), schrie sie zurück: „Mann, ich kann das!“ Ein anderes Team fand unsere Auseinandersetzung ziemlich amüsant, was die Spannung zwischen Nancy und mir nicht wirklich linderte. Wir brachten schweigend einige Kilometer hinter uns, bevor die Stille zwischen uns wieder zögerlichen Annäherungen wich (rückblickend können wir über diese Episode herzlich lachen).

Es war ein harter Tag für uns. Da die Etappe kürzer ausfiel als geplant, konnten wir uns noch kurz hinlegen und dann massieren lassen.

 

Tag 5 – Etappe 4 – Leukerbad-Zermatt

65 km | 1’300 Höhenmeter | 3'250 Tiefenmeter

Nach nur vier Tagen hatten wir uns bereits an unseren neuen Tagesablauf gewöhnt: biken, massieren lassen, essen und schlafen. Die Sonne war endlich zurück, aber die Temperaturen waren deutlich niedriger.

Trotzdem fühlten wir uns voller Energie und waren hochmotiviert, vor der Kulisse des Matterhorns zu fahren – doch: es erwartete uns wiederum ein längerer flacher Abschnitt… Ich erspare euch die Details! ;)

Wir verbachten den Tag zusammen mit einem anderen Paar. Das ist das tolle an MTB-Etappenrennen: Wir fahren zwar gegeneinander, treffen unterwegs aber auch viele Leute, die die gleiche Leidenschaft haben wie wir. Der 5. Renntag war definitiv einer unser Lieblingstage.

 

Tag 6 – Etappe 5 – Zermatt-Zermatt

36 km | 1’350 Höhenmeter | 1'900 Tiefenmeter

Der letzte, nichtsdestotrotz aber ein anstrengender Tag: 1000 Höhenmeter galt es zu bezwingen, um zum Schwarzsee auf 2‘500 Meter über Meer zu gelangen. Im Anschluss ging es auf einem steilen und technischen Downhill zur Riffelalp. Unsere Beine waren schwer und der erste Anstieg fühlte sich endlos an – doch am Fusse des Matterhorns vergisst man das trotz Nässe und Nebel schnell einmal. Oben angekommen, war’s grade mal 2 Grad „warm“ – Nancy litt sehr und konnte sich aufgrund der Kälte nicht wirklich erholen. Im Downhill nahmen wir’s darum locker und genossen die letzten Singletrails einer tollen und erlebnisreichen Woche auf dem Bike. Wir waren erschöpft, aber sehr glücklich, als wir am Ziel angekommen sind.

Wir hatten Spass, haben gemeinsam viel erlebt und sind nach wie vor sehr glücklich zusammen. Mission – accomplished!

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