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ES GEHT RUND

Die Idee

Dieser Sport ist faszinierend: Wir drehen uns im Kreis. Und das in einer Welt, in der wir sonst nur geradeaus wollen. Runden zu fahren bedeutet, zu akzeptieren, dass man nicht vorankommt, zum Anfang zurückkehrt und sich stattdessen darauf konzentriert, den Weg zu verstehen, der uns dorthin geführt hat. Das tägliche Leben und das Training zwingen uns oft dazu, uns im Kreis zu drehen, aber wenn es um grössere Ziele geht, ist das meist anders. Betrachtet man zum Beispiel die Rennen, die sich nach dem Vorbild des Race Across und des Transcontinental entwickeln. Neues zu erkunden ist heute oft gleichbedeutend damit, irgendwo hinzugehen, sich umzusehen und sich nicht im Kreis zu drehen.

Bei meiner Solo-Mission quer durch die Alpen im letzten Jahr, von Österreich über Italien und die Schweiz nach Frankreich, gab es viele Orte, an denen ich etwas "verpasst habe" oder die ich, aufgrund des straffen Zeitplans, nicht genauer erkunden konnte. Deshalb habe ich mich dieses Jahr für eine Extrarunde entschieden. Eine "besondere" Runde, eine Runde, die man sich verdienen muss, eine Runde, die man nur schwer beenden kann. Ich bin ein absoluter Bike-Gourmet, für mich gehören Vorspeise, Hauptgericht und Nachspeise dazu. Ich liebe die ausgefallene Küche und Gerichte mit dem gewissen Etwas. Wenn es dir ähnlich geht, sollte die 7 Majeurs auch auf deinem Menü stehen.

The genesis

There's something amazing about this sport: it makes us accept going around in circles in a world where we spend our time speeding straight ahead. Riding a loop means accepting not moving forward, returning to square one, and to focus instead on appreciating the path that leads us there. Daily life and training often force us to go around in circles, but when it comes to larger objectives, this is usually not the case. Just look at the races developing in the vein of the Race Across and The Transcontinental. Exploring is now often synonymous with going somewhere, looking further, not going around in a loop.

After a solo mission across the Alps last year, from Austria to France via Italy and Switzerland, there were many places where I "missed" something or couldn't see further, forced by the distance I had to cover each day. So, this year, I opted for a loop. Let's call it an "elevated" loop, a loop that's earned, a loop that's difficult to complete.  If, like me, you're a gourmand, if your preferred formula is appetizer-entrée-dessert, if you like bold cuisine and spicy dishes, the 7 Majeurs menu is made for you.

Die 7 Majeurs: Ein Abenteuer vor der Haustür

Auf der Suche nach neuen Herausforderungen und neuen Abenteuern, suchen wir meist in der Ferne - auch wenn unser Land, unsere Region oder sogar unser Tal oft mehr als genug zu bieten hat. Letztes Jahr, auf der letzten Etappe (250 km und 7.000 Höhenmeter) meiner Alpenüberquerung, entdeckte ich gleich nach einer Rechtskurve (ich erinnere mich noch ganz genau), die in Richtung Guillestre führte, ein Strassenschild, auf dem Col d'Agnel und Italien stand. Ich fuhr zwar weiter, doch ich behielt dieses Schild im Hinterkopf. Ich kannte diese Gegend noch nicht. Ich wohne in Savoie und Agnel liegt ganz in der Nähe, trotzdem weiss ich nichts darüber.

Col d'Agnel und seine bisher unbekannten Möglichkeiten waren der Ausgangspunkt für mein Vorhaben im Jahr 2021. Nachdem ich mich umgehört hatte, erfuhr ich, dass dieser Pass Teil einer Runde ist, die in letzter Zeit viel Aufmerksamkeit erregt hat: die 7 Majeurs.

Die Route von Patrick Gilles führt über sieben Pässe auf mehr als 2.000 Meter. Insgesamt sind es 360 Kilometer mit 12.000 Höhenmetern. Von Jausiers über Col de Vars, Izoard, Agnel, Sempeyre, Fauniera, Lombarde und Bonette zurück nach Jausiers. Eine Stunde Recherche reicht aus, um alle nötigen Informationen über diese Tour zu finden. Nur 60 Minuten, um mein neues Projekt zu planen: eine solche Steigung und Distanz an nur einem Tag zu bewältigen, das wäre allerdings das erste Mal für mich.

The 7 Majeurs: An adventure on a regional scale

When looking for new challenges, new adventures, we mostly search far and wide – even though our country, region, or even valley often offers more than enough. Last year, during the final leg (250 km and 7,000 meters of elevation gain) of my transalpine course, right after a bend (to the right I remember it well) to take the direction of Guillestre, I spotted a road sign that mentioned Col d’Agnel and Italy. Although I had to continue my course, I kept the sign in mind, this destination still unknown. Living in Savoie, Agnel is close to my home, yet I know nothing about it.

Col d’Agnel and its unknown prospects, becomes the basis of my 2021 goal. After asking around, I learn that this pass forms part of a loop that has recently started to get a lot of attention: the 7 Majeurs.

The route, named by Patrick Gilles, challenges you to climb seven passes culminating at more than 2,000 meters in altitude, for a total of 360 km and 12,000 meters of elevation gain. From Jausiers to Jausiers, via Col de Vars, Izoard, Agnel, Sempeyre, Fauniera, Lombarde and (finally!) Bonette. An hour of research is enough to find all the information I need about this route. Only 60 minutes to plan my new goal: to climb this kind of elevation and distance in one day, that's a first for me.

Now that's a sport! A lot of sport, but also a great way to come full circle and "erase" a regret. I’ll finally see what's hidden behind the Agnel.

At the end of 2020, I found my purpose and motivation to prepare for the following year. After an initial solo trip, I wanted to rediscover the pleasure of riding with company. Although everything's easier to plan when you're alone, the fun is increased tenfold when you're in a group. But finding people to come along with me wasn't easy. Between professional and family availability issues, a fall and an injury, my beloved gruppetto had decreased in numbers. In the end, instead of four, two of us left at the end of July after an initial postponement due to illness.

Tom, my traveling companion, is a huge driving force but above all, he's someone I really admire. Younger than I am, more athletic, a strong triathlete who knows his body like the back of his hand, who pushes himself to his limits to reach perfection. He won an XTerra competition just two weeks before our little loop.

With my twenty years of rugby and barely six years of cycling (including two in triathlons), I feel far from his level. But I know we'll have a really good time together, whatever the outcome.

Das nenne ich mal Sport! Viel Sport, aber auch eine gute Möglichkeit, den Kreis und eine Lücke zu schliessen. Ich würde endlich sehen, was sich hinter Agnel verbirgt.

Ende 2020 hatte ich mein Ziel vor Augen und die Motivation, mich auf das nächste Jahr vorzubereiten. Nach meinem Solo-Trip wollte ich wieder die Freude gemeinsamer Fahrten erleben. Auch wenn sich alles leichter planen lässt, wenn man allein ist, macht es in einer Gruppe einfach viel mehr Spass. Aber es war nicht einfach, Leute zu finden, die mich begleiten wollten. Aufgrund beruflicher und familiärer Verpflichtungen, eines Sturzes und einer Verletzung wurde meine geliebte Gruppe immer kleiner. Ende Juli waren wir nicht mehr zu viert, sondern nur noch zu zweit, nachdem wir das Vorhaben aufgrund von Krankheit zunächst verschoben hatten.

Tom, mein Begleiter, treibt mich immer wieder an und ich bewundere ihn wirklich sehr. Er ist jünger als ich, sportlicher, ein starker Triathlet, der seinen Körper wie seine Westentasche kennt und der bis an seine Grenzen geht, um Perfektion zu erreichen. Nur zwei Wochen vor unserer kleinen Runde hat er einen XTerra-Wettkampf gewonnen.

Zwanzig Jahren Rugby und knapp sechs Jahre Radsport (darunter zwei Triathlons) und trotzdem bin ich meilenweit von seinem Niveau entfernt. Aber ich wusste, dass wir eine wirklich gute Zeit zusammen haben werden, egal was kommt.

Der grosse Tag

Es ist Freitag Nachmittag in Jausiers. Hinter uns beiden liegt eine anstrengende Woche. Wir sind nicht allein. Ich habe ein kleines Foto-Team, das mich und meinen Partner begleitet und die schwere Aufgabe hat, die Vorräte zu verwalten. Es herrscht kein Druck, aber ich bin nervös.

Ich verstecke diese Nervosität nicht. Ich spreche sogar ganz offen darüber. Wenn wir uns hohe Ziele setzen, ist Angst ein Teil des Prozesses. Bei mir ist die Angst etwas Positives. Sie treibt mich an zu trainieren, mich nicht zu verletzen und vor allem nicht zu übertreiben, wenn ich vor meinem Kühlschrank - meinem schlimmsten Feind - stehe. Nach zwanzig Jahren Rugby ist es eine Herausforderung, Pfunde loszuwerden, vor allem, wenn man mehr als 10.000 Höhenmeter schaffen will.

Ich wünschte, ich könnte die Leute verstehen, die sagen: "Hab keine Angst, hab keine Zweifel". Meiner Meinung nach führt diese Denkweise nur dazu, dass wir unsere Leistungen mit zu viel Selbstvertrauen unterschätzen.

Das Training gibt mir die nötige Portion Selbstvertrauen, um Zweifel zu beseitigen, mir ein wenig Klarheit zu verschaffen und vor allem mein Niveau und meine Ziele einzuschätzen.

In diesem Fall habe ich ein grosses Ziel: die Runde so schnell zu beenden, dass ich keine zwei Nächte auf dem Bike verbringen muss. Wenn man erholt und gestärkt ist, kann man sich vorstellen, Fahrrad zu fahren anstatt zu schlafen. Aber ohne spezielles Training erscheint es mir unmöglich, fast gefährlich, mehrere Nächte ohne Schlaf auf dem Bike zu verbringen.

The big day

So here we are in Jausiers, on a Friday afternoon at the end of a busy week for the both of us. We're not alone. I have a small photo team along with me and my partner who will have the very heavy task of managing provisions. No pressure. Just apprehension.

I'm not hiding this apprehension. I even openly talk about it. When we set high enough goals, fear forms part of the process. The way I function, fear is something positive. It pushes me to train, to avoid injuring myself and, above all, to limit excesses when I'm face-to-face with my refrigerator, which is my worst enemy. After twenty years of rugby, fighting off the pounds is a challenge, especially when you want to climb more than 10,000 meters of elevation gain.

I wish I understood people who say; “don't be afraid, don't have any doubts”. In my opinion, this way of thinking just results in underestimating what we accomplish with too much confidence.

The way I see it, training gives me the necessary dose of confidence to balance doubts, provide me with a little serenity, and above all clarity about my level and my goals.

In this spot, my goal is singular: to complete the loop quickly enough so as not to spend two nights on a bike. When you're recharged, refreshed, you can see yourself ride rather than sleep. But without the specific training, spending several nights on a bike without sleep seems unachievable, even dangerous given my preparation.



Majeur #1 Vars: Das Warm-Up.

Um 19.30 Uhr brechen wir in Jausiers auf. Die Sonne geht bereits unter, und wir fahren das wunderschöne Ubaye-Tal hinauf und lassen das riesige La Bonnette hinter uns. Dieser Ausgangspunkt ist perfekt: Wir haben gut zehn Kilometer Zeit, um auf dem leichten Pass warm zu werden, vor allem wenn man bedenkt, was uns noch bevorsteht.

Dieses Tal ist ein Paradies. Eine herrliche Kulisse von "mineralischen" Bergen, von orange bis rot leuchtenden Hängen, wie sie nur die Südalpen bieten.

Der Aufstieg von Vars über Saint-Paul bei Sonnenuntergang ist ein absolutes Highlight bei diesen Lichtverhältnissen. Wir versetzen Berge, Tom und ich. Wir beteuern uns gegenseitig, dass wir die bestmögliche Ausrüstung haben, dass unser gemeinsamer Bordeaux-Paris-Trip im Mai uns die nötige Ausdauer verschafft hat und vieles mehr. Wir kommen recht schnell zum Pass. Dort angekommen, erwartet uns eine schöne Überraschung: Aymeric, der Geschäftsführer eines Shops in Vars, lädt uns zu einem Aperitif mit seinen Kolleg:innen und Kindern ein. Zuspruch und gute Stimmung sind immer willkommen, wenn man so viele Stunden auf dem Bike verbracht hat. Schnell noch ein Erinnerungsfoto, und dann geht es weiter Richtung Briançon. Nicht besonders spannend, aber Teil der Runde.

Majeur #1 Vars: The warm-up.

So off we go, leaving Jausiers at 7:30 p.m. The sun is already starting to set, and we go up this magnificent Ubaye valley, leaving the monstrous La Bonnette behind us. This starting point is perfect, since it gives us a good ten kilometers to get our feet going with an accessible pass, especially compared with what's to come. This valley is a paradise. A magnificent setting of “mineral” mountains, slopes radiating from orange to red as only the Southern Alps can offer. Climbing Vars via Saint-Paul at sunset is a must in terms of lights. We're moving mountains, Tom and I. We reassure each other by saying we have the best possible equipment, that our Bordeaux-Paris trip together in May gave us the endurance training we need, etc. We reach the pass quite quickly. Once there, a nice surprise awaits: Aymeric, the manager of a shop in Vars, offers us to join an aperitif with his colleagues and children. Encouragement and good energy are always welcome when you've spent so many hours on a bike. A souvenir picture is taken in haste, and off we go to Briançon. Not necessarily very exciting but needed before the final block.




Majeur #2 Izoard: Jetzt geht es richtig los!

Wir kommen nach Einbruch der Dunkelheit in Briançon an. Die Nacht ist dunkel. Der Mond ist nicht zu sehen. Nach einem katastrophalen Sommeranfang sind die Temperaturen nun perfekt. Nur ein kleines Stück Pizza und wir machen uns an den Aufstieg des Izoard. Wir wissen, dass wir die einfachste Etappe der Tour bereits hinter uns gelassen haben und nun die Realität beginnt. Wir sind fit, aber konzentriert. Wir fahren langsamen unter dem wunderschönen Sternenhimmel. Die Kilometer vergehen wie im Flug. Ich kenne diese Strasse; das macht die Sache einfacher und diese Tatsache beruhigt uns.

Endurance im richtigen Takt

Man kann trainieren, um ein bestimmtes Tempo zu halten und Kondition aufzubauen, aber man muss auf Tag X warten, um den richtigen Rhythmus zu finden. Erstaunlich ist, dass wir zwischen der Angst und der Erschöpfung recht schnell unseren Rhythmus gefunden haben.

Von Anfang an versucht man, es nicht mit einem einzigen Pedaltritt zu übertreiben. Endlich, am Izoard angekommen, finden wir unseren Rhythmus. Ein gleichmässiges Tempo, bei dem wir uns unterhalten können, ohne aus der Puste zu kommen, ein Tempo, das keine Pausen erfordert... die perfekte Geschwindigkeit.

Majeur #2 the Izoard: The real start!

We arrive in Briançon after dark. The night is dark. There is no moon. The temperature is ideal after a catastrophic start to summer. Just a small slice of pizza and we start to climb the Izoard. We're well aware of having left behind the easiest leg of the trip and that we're now entering the real world. We're feeling fresh, but focused. The climb is achieved at a (slow) pace under a magnificent starry sky. The kilometers go by quickly. Knowing this road makes things easier - it reassures us.

The rhythm of endurance

You can train to maintain a certain pace, a certain stamina, but I'm under the impression that you really must wait for D-Day to find it. What's quite surprising is that between the apprehension and fatigue, we find this rhythm rather quickly.

From the start, we try not to overdo it by even a single pedal stroke. Finally, the Izoard reached, we find our rhythm. A maintained pace that lets us talk without running out of breath, a pace that doesn't require recovery effort... an enjoyable pace.

Climbing the Izoard at night is new to me. Not seeing the summit, not glimpsing the Casse Déserte and its Martian setting, is strange. But the atmosphere is bewitching with the Milky Way as a sentinel. No cars to disturb us. The only earthly lights we see are those of our companions. In the distance, a flash and a red spot appear in absolute darkness. I relish every second; I'm aware of how lucky we are.

Without any real notion of time, we reach the pass easily. We quickly move on because the cold has crept in. A handful of noodles are gulped down before the fork towards the Agnel warms us up. When we take a break, our eyes are not glued to the stopwatch. The atmosphere is relaxed, the team at full throttle. We have no real goal to achieve in terms of time, so we might as well make the most of it!


Den Izoard bei Nacht zu fahren ist neu für mich. Den Gipfel nicht zu sehen, keinen Blick auf die Casse Déserte und dessen Marslandschaft zu erhaschen, ist seltsam. Aber die Atmosphäre unter der Milchstrasse ist überwältigend. Keine Autos, die uns stören. Die einzigen irdischen Lichter, die wir sehen, sind die unserer Begleiter:innen. In der Ferne taucht in absoluter Dunkelheit ein Blitz und ein roter Punkt auf. Ich geniesse jede Sekunde; mir ist bewusst, wie viel Glück wir haben.

Wir erreichen den Pass ohne ein Gefühl für die Zeit. Wir fahren schnell weiter, denn die Kälte ist eingebrochen. Wir verschlingen ein paar Nudeln, bevor uns die Abzweigung in Richtung Agnel etwas Wärme entgegenbringt. Als wir eine Pause einlegen, schenken wir der Uhr keine Beachtung. Die Atmosphäre ist entspannt, das Team läuft auf Hochtouren. Wir haben keine Zeit, die wir schlagen möchten, wir können also das Beste daraus machen!


Majeur #3 Agnel: Augen auf - die Milchstrasse zeigt uns den Weg.

Den Izoard hinunterzufahren und diese berühmte Linkskurve zu nehmen, die für mich Abenteuer bedeutet, gibt mir einen neuen Motivationsschub, obwohl ich schon überglücklich bin, überhaupt hier zu sein. Der Wegweiser nach Agnel war seit mehr als einem Jahr in meinem Gedächtnis verankert, und ihm zu folgen, bedeutet eine grosse Befreiung für mich. Jetzt bin ich mitten in den 7 Majeurs!

Eine Route ist eine Route, aber eine neue Route ist ein Geschenk. Die Strecke nach Agnel ist ein besonderes Erlebnis. Das Guil-Tal und seine Felsvorsprünge, das Rauschen der Stromschnellen, das verschlafene Fort Queyras, all das ist es wert, mitten in der Nacht mit dem Bike loszuziehen.

Majeur #3 the Agnel: Eyes wide open — the Milky Way as a guide.

Going down the Izoard and taking that famous left turn – synonymous with adventure – gave me a boost of motivation when I was already damn happy to be here. The sign indicating the Agnel had been anchored in my memory for more than a year and following it takes a weight off my mind. I am now well into the 7 Majeurs!

A route is a route, but a new route is a gift. The nearing of the Agnel is a treat. The Guil Valley and its projections, the sound of its current, the sleepy Fort Queyras; all of it is worth taking your bike out in the middle of the night.

We turn right to let the water run its course, towards Saint Véran, “the most beautiful village in France” according to the local guides. For us, it's mostly a gentle climb with just a few pushes. For any cyclist who lacks the training, riding Agnel is easily achieved and guarantees a charming experience. Given the time at which we are riding, the charm is wayside but...the Milky Way is always there, guiding us towards the pass. We don't see the kilometres pass by, our eyes have locked with the stars. We have long since found the best equipment and above all the best gear. The pedal strokes remain flexible as we reach the 2,744 meter summit.

Tom always rides up front. He's in much better shape than I am. But we meet at each food and drink break before diving back in. Climbing for a long time requires a certain concentration or, at the very least, a certain amount of listening to your body. Despite my desire not to be alone, I sometimes need to isolate myself. Music accompanies me with each pedal stroke and helps me better pass the hours on the saddle. I do take advantage of Tom's presence on a regular basis, though. We share our impressions and the feeling of gratefulness we have of being here.

Here we are in Italy: wrapped up in our down jackets in the middle of a cool but mild night, we head for the village of Sampeyre. I look for the Monte Viso in the dark but there's no way to see it. It's in a deep sleep before it serves us one of the most beautiful dawns I've ever witnessed.


Wir biegen nach rechts ab, das Wasser nimmt seinen Lauf weiter in Richtung Saint Véran, "dem schönsten Dorf Frankreichs", so die Locals. Für uns ist es ein leichter Anstieg. Für untrainierte Radfahrer:innen ist die Fahrt zum Agnel leicht zu bewältigen und ein tolles Erlebnis. In Anbetracht der Uhrzeit, bleibt der Charme allerdings auf der Strecke, aber... die Milchstrasse ist immer da und führt uns zum Pass. Wir merken nicht, wie die Kilometer verfliegen, wir konzentrieren uns auf die Sterne über uns. Mit unserem Material sind wir längst eins. Die Tritte sind noch immer kraftvoll, als wir den 2.744 Meter hohen Gipfel erreichen.

Tom fährt immer voraus. Er ist in viel besserer Form als ich. Aber wir treffen uns bei jeder Essens- und Trinkpause, bevor es wieder weiter geht. Lange Aufstiege erfordert eine gewisse Konzentration, oder zumindest ein gewisses Bewusstsein für den eigenen Körper. Trotz meines Wunsches, nicht allein zu sein, muss ich mich manchmal zurückziehen. Musik begleitet mich bei jedem Pedaltritt und hilft mir, die Stunden im Sattel leichter zu bewältigen. Dennoch geniesse ich Toms Anwesenheit. Wir teilen unsere Eindrücke und unsere Dankbarkeit.

Wir sind in Italien: In Daunenjacken eingepackt und mitten in einer kühlen, aber milden Nacht machen wir uns auf den Weg nach Sampeyre. In der Dunkelheit suche ich den Monte Viso, kann ihn aber nicht entdecken. Er schläft noch tief und fest, beschert uns später jedoch einen der schönsten Sonnenaufgänge, die ich je gesehen habe.

Majeur #4 Sampeyre: Jetzt wird es ernst.

Bis jetzt verlief unsere Tour problemlos. Nur ein paar kurze Rampen zwangen uns, kräftig in die Pedale zu treten. Doch Italien begrüsst uns mit einer Gewissheit: Der Spass ist vorbei; jetzt wird es ernst! Ich habe viel über die italienischen Pässe gelesen, die wir überqueren werden, und ich kann offen zugeben, dass sie mir Angst machen. Wirklich, ich habe Angst, grosse Angst.

Warum dort hinauf?

Vom Tal aus gesehen, ist die Grösse des Berges überwältigend. Er überwältigt uns, lädt uns aber auch ein, ihn zu entdecken. Wenn wir ihn erklimmen, lernen wir, ihn zu respektieren. Es ist fast schon anstrengend die Schönheit dieser Landschaft zu begreifen. Wir können ihn durch Anstrengung erklimmen, aber niemals bezwingen. Manche sprechen von einem Kampf gegen sich selbst, einem Kampf gegen die Höhenmeter, für mich ist es eher ein Spiel. Wir spielen Entdecker, die Pässe erklimmen, so wie Bergsteiger Gipfel erklimmen, aber niemand von uns wird jemals einen Berg bezwingen. Für Radfahrer:innen ist das Risiko am grössten: Unterzuckerung, plötzliche Ermüdung. Aber wenn ich klettere, denke ich immer an die wahren Helden: die Bergsteiger. Sie riskieren ihr Leben beim Besteigen von Gipfeln, die sie jeden Moment überwältigen können.

Bergfahrten bedeuten auch zu akzeptieren, dass man sich Zeit nehmen und das Tempo reduzieren muss. Es ist eine Einladung, die Umgebung zu geniessen, die einen inspiriert. Kein Berg gleicht dem anderen. Jeder hat seine eigenen Geheimnisse, seine eigene Geschichte. Es liegt an uns, diese Geheimnisse und diese Geschichte zu entdecken. Man muss nicht jeden Berg befahren, man muss nur wissen, wie man die Landschaft geniessen kann!

Majeur #4 Le Sampeyre: Serious business begins.

So far, our ride's been smooth. Only a few pushes forced us to smash the pedal hard. Italy welcomes us with certainty: the fun times are over and it’s time to press on! I've read a lot about the Italian passes we're going to climb, and I'm not afraid to admit that I dread them. Honestly, I'm scared, really scared.

Why climb?

Seen from the valley, the mountain's grandeur is stunning. It dominates us but also invites us to come and discover it.  By climbing it, we learn to respect it. The beauty of its landscapes is matched only by the effort required to admire it. It's won by effort but never conquered. To those who speak of a fight against themselves, against the elevation, I prefer to speak of play. We play being explorers that climb passes, as mountaineers do with peaks, but none of us will ever conquer the mountains. For cyclists, the risk is at its worst: hypoglycaemia, sudden fatigue. But when I climb, I always keep the real heroes in mind: the mountaineers. They risk their lives climbing summits that can swallow them up at any given moment.

Climbing also means accepting that you must take your time, slow down. It’s an invitation to contemplate an environment that inspires. No mountain is the same as another. Each has its own secrets, its own history. It's up to us to go find these secrets, this history, which is why you don't have to climb every elevation, if you know how to enjoy the view!

Sampeyre's slope is steep from the get-go. Its average gradient is 8.5% (without ever exceeding 10%) for more than 15 kilometers. At first, in the forest, we cross magnificent pastures via a small road. Everything's peaceful at this hour. Even the cows are asleep, the marmots quiet.

We resume our respective rhythms while a new surprise takes shape. After the Milky Way of the Agnel and the end of the night, we begin the climb around five o'clock in the morning. It's now dawn, and sunrise is just a minute away. Above a magnificent sea of clouds, I find my celebrated Monte Viso and the Piedmont/Queyras chain. Once again, the beauty is worth it, but you have to set your alarm to enjoy the view!

Tom snaps some pictures while we finally turn off our headlights. Despite the efforts, the temperature is slow to rise. The difference in altitude is nothing compared to the magnificent view that shines after hours of darkness. Every kilometer gives us something to enjoy. I confess, despite the fatigue from a sleepless night and the kilometers ridden, we're still as happy as can be, and we take advantage of this opportunity that we went looking for.

But I can feel my legs slowly getting heavy. Caution is called for. We switch between the last two gears offered by our groupset, equipped with 12 gears. I'm sometimes sceptical of new products, but our BMC Roadmachine 01, equipped with Sram Red eTap, has all the new features on the market and ensures incredible comfort. You can really grind without force and find the necessary gears to vary the pace and intensity. I'm even surprised by the comfort offered by the full carbon one-piece cockpit. I was a bit worried, since I hadn't ridden this kind of profile before, but it really has what it takes to keep up with all those kilometres.

We reach the summit of Sampeyre, offering a 360° panorama of Italian Piedmont, Gran Paradiso and the beautiful French Queyras. The team waiting for us up there is enjoying the view, bundled up in sleeping bags while we are now, finally, quite warm!

This pass is not easy to tackle. It requires mastery and self-knowledge. In the middle of the day, I think I could have made a mistake by wanting to do too much. The fact of going there at daybreak allows me to enjoy the view more, to forget the exhaustion and relish the experience. But the elevation indicated on the GPS pushes me onward when I idle a little too long.

As we drink something hot and devour everything that's happening in the surroundings, we turn to the summit that I dread THE most: the Fauniera, also called the Pass of the Dead.


Die Strecke des Sampeyre ist von Anfang an steil. Die durchschnittliche Steigung beträgt 8,5 % (maximal 10%) auf mehr als 15 Kilometern. Als erstes geht es im Wald über eine kleine Strasse und wunderschöne Weiden. Um diese Zeit ist alles friedlich. Sogar die Kühe schlafen und die Murmeltiere sind noch ruhig.

Wir nehmen unseren Rhythmus wieder auf; eine weitere Überraschung kündigt sich an. Nach der Milchstrasse des Agnel und dem Ende der Nacht beginnen wir den Aufstieg gegen fünf Uhr morgens. Es dämmert bereits, und der Sonnenaufgang ist nicht mehr weit. Über einem herrlichen Wolkenmeer entdecke ich meinen berühmten Monte Viso und die Piemont/Queyras-Kette. Und wieder einmal ist die Schönheit der Landschaft überwältigend. Aber wer in diesen Genuss kommen will, muss sich den Wecker stellen!

Tom macht noch ein paar Fotos und es ist endlich an der Zeit das Licht auszuschalten. Trotz der Anstrengung wird es nur langsam wärmer. Die Höhenmeter sind nicht der Rede wert, vor allem bei der wunderschönen Aussicht, die sich uns nach Stunden der Dunkelheit offenbart.

Auf jedem Kilometer gibt es etwas zu entdecken. Ich muss gestehen, dass wir trotz der Müdigkeit nach einer schlaflosen Nacht und den vielen zurückgelegten Kilometern immer noch überglücklich sind und uns freuen, diese Chance ergriffen zu haben.

Aber ich merke, dass meine Beine langsam schwerer werden. Vorsicht ist angesagt. Wir schalten zwischen den letzten beiden Gängen unserer 12-Gang-Gruppe. Ich bin manchmal skeptisch gegenüber neuen Produkten, aber unsere BMC Roadmachine 01 mit der Sram Red eTap ist mit den neusten Features ausgestattet und bietet einen unglaublichen Komfort. Man kann ohne Kraftaufwand schalten und den richtigen Gang finden, um das Tempo und die Intensität zu kontrollieren. Ich bin sogar vom Komfort des einteiligen Vollcarbon-Cockpits überrascht. Ich war etwas besorgt, da ich diese Art von Profil noch nie gefahren bin, aber es hat alles, was man braucht, um so viele Kilometer zu fahren.

Wir erreichen den Gipfel des Sampeyre, der ein Rundum-Panorama auf das italienische Piemont, den Gran Paradiso und die schönen französischen Queyras bietet. Das Team, das oben schon auf uns wartet, geniesst die Aussicht, eingemummelt in Schlafsäcken, während uns nun endlich richtig warm ist!

Dieser Pass ist gar nicht so einfach. Er erfordert Selbstbeherrschung und Selbsteinschätzung. Ich denke im Laufe des Tages hätte ich einen Fehler machen können, weil ich zu viel gewollt hätte. Die Tatsache, dass ich bei Sonnenaufgang losgefahren bin, erlaubt mir, die Aussicht mehr zu geniessen, die Erschöpfung zu vergessen und die Erfahrung zu geniessen. Aber die Höhenangabe auf dem GPS treibt mich weiter, wenn ich das Trödeln anfange.

Wir trinken etwas Warmes und saugen alles auf, was sich in der Umgebung abspielt. Dann ist es Zeit für den Pass, den ich am meisten fürchte: Fauniera, auch Pass der Toten genannt.


Majeur #5 Fauniera: Pass der Toten: Sein Ruf eilt ihm voraus

Überall stand über die 7 Majeurs dasselbe: Fauniera ist die Hölle. Allen, die behaupten, einen Berg "bezwungen" zu haben, kann ich nur sagen: Kommt und fahrt diesen Pass.

Der Pass der Toten macht seinem Namen alle Ehre. Er zerstört dich, spuckt dich aus und schickt dich dorthin zurück, wo du hergekommen bist.

Aber jeder hat eine andere Einstellung zu diesem Pass. Tom sieht es ganz anders. Er mochte die Passagen mit Steigungen über 20 %, die Felswände, an die man sich quetschen muss, um die Autos vorbeizulassen. Autos, voll mit Menschen, die einen ebenso bewundernden wie mitfühlenden Gesichtsausdruck haben.

Nach vier "gelungenen" Anstiegen erinnerte mich Fauniera daran, dass Vorbereitung nicht alles ist. Mir wird klar, dass ich schon am Anfang an meine Reserven gegangen war und dass ich bis zum Ende noch einmal richtig ranklotzen müsste, um das Ziel zu erreichen.

Majeur #5 Fauniera: Colle dei Morti: A tailor-made reputation and nickname.

Everything I'd read about the 7 Majeurs said the same thing: Fauniera is hell. To all those who’ve claimed to have "conquered" the mountain, I say come and climb this pass. The Pass of the Dead deserves its name. It destroys you, spits you out to send you back where you came from.

But my take on this story is not the only version. Far from it. Tom's will be a very different one. He liked the passages with gradients over 20%, the walls where you have to squeeze to the right to let the cars go by. Cars loaded with passengers with a look as admiring as they are compassionate.

After four “well-managed” initial climbs, Fauniera reminded me that training is not everything. I realized that to get to its start, I had already dug into my reserves and that I was going to have to dig deep to reach the end.

No, I did not conquer the Fauniera. I accepted its sentence, lowered my head, and forgot about the incipient inflammation in my left knee, at the turn of a bend where I pulled my steed and dragged my body on as best I could.

Once again, I must thank my bike and its frame made for endurance, which prevented me from setting foot on the ground.

What I remember from this climb: it's just as hard as, if not harder than, described. The initial kilometers in the forest make you believe that “it will eventually pass” and then… and then this 20% sign, then another… A series of differences in altitude to repel even a steeplejack. Leaving the forest you're afforded just a short respite. A clearing, a farm and a parking lot. An invitation to take a break, which I don't accept for fear I'll never get back going. So, I try to forget my legs and my back which are seriously starting to remind me of my twenty seasons of rugby, and I only focus on Tom, which seems easy because he's always 50 to 100 meters ahead of me.

An initial pass that's not the Fauniera, the Colle d'Esischie, which makes you think you're already there! But no, a right turn reminds you that the statue of Marco Pantani isn’t there, you have to push to see it, push again and again. Continue to pedal to complete what will remain a nightmare for me. Up there, it's another world. Italians dressed like pirates come to take your picture, mocking you with their coldness. I just left the bike there, in front of Marco, drank a can or two, ate everything I could get my hands on and took anti-inflammatories to give me a chance to climb the last two passes of these 7 (at the time - wretched) Majeurs!

A few pictures later, a forced smile, a now undisguised fatigue, and we make our way back down. What a pleasure to meet a few counterparts who, like us, are struggling to climb... it's strange, it's petty, but it's sometimes nice to see that you're not the only one in this "predicament"!

Now in the valley, we eat again before reaching Pratolongo and the switch to France! The Lombarda, these 21 km of wind for an average gradient of 7%, so accessible, except when you've been riding since the day before!


Nein, ich habe Fauniera nicht erobert. Ich nahm es geneigten Hauptes hin und ignorierte die beginnende Entzündung in meinem linken Knie und zerrte meinen Körper so gut wie möglich weiter.

Ich bin einmal mehr dankbar für mein Bike und den Endurance-Rahmen, der mich daran hinderte, den Fuss auf den Boden zu setzen.

Was ich von diesem Aufstieg im Gedächtnis behalten habe: Er ist genauso schwer wie beschrieben, vielleicht sogar noch schwerer. Die ersten Kilometer im Wald lassen einen glauben, dass "es irgendwann vorbei sein wird" und dann kommt ein 20 %-Schild, und noch eines... Diese Höhenmeter werfen auch den besten Kletterer aus der Bahn. Nach dem Wald gönnt man sich eine kurze Verschnaufpause. Eine Lichtung, ein Bauernhof und ein Parkplatz. Eine Einladung zur Pause, die ich nicht annehme, weil ich fürchte, nicht mehr loszukommen. Ich versuche also, meine Beine und meinen Rücken zu vergessen - die zwanzig Rugby-Saisonen merke ich jetzt in jedem Knochen - und konzentriere mich nur auf Tom. Das fällt mir leicht, denn er ist immer 50 bis 100 Meter vor mir.



Ein erster Pass, leider nicht Fauniera, der Colle d'Esischie lässt einen glauben, man sei schon da! In einer Rechtskurve merkt man, dass die Statue von Marco Pantani fehlt. Man muss weiter und weiter und weiter. Ich trete immer wieder in die Pedale. Ein echter Albtraum für mich. Oben angekommen ist es eine andere Welt. Als Piraten verkleidete Italiener kommen, um dich zu fotografieren und belächeln dich mit ihrer Kaltherzigkeit. Ich habe das Bike einfach vor Marco‘s stehen gelassen, ein oder zwei Dosen getrunken, alles gegessen, was ich in die Finger bekam, und Entzündungshemmer genommen, damit ich die letzten beiden Pässe dieser 7 (zu diesem Zeitpunkt schrecklichen) Majeurs in Angriff nehmen konnte!

Ein paar Fotos später, ein gezwungenes Lächeln, mit deutlich spürbarer Müdigkeit, machen uns auf den Weg nach unten. Was für ein Vergnügen, ein paar Kolleg:innen zu treffen, die wie wir mit dem Aufstieg kämpfen... es ist seltsam, es ist unbedeutend, aber manchmal ist es schön zu sehen, dass man nicht der Einzige in dieser "Misere" steckt!

Im Tal angekommen, essen wir noch einmal, bevor wir Pratolongo erreichen und nach Frankreich weiterfahren! Lombarda mit 21 Kilometern und einer durchschnittlichen Steigung von 7 % ist leicht zu schaffen, es sei denn, man ist schon seit dem Vortag unterwegs!


Majeur #6: Lombarda, Haare im Wind, Beine nach innen!

Die Medikamente wirken. Mein Knie tut noch weh, aber mein Rücken wird besser. Jetzt hat Tom Schmerzen. Seine Beine sind noch fit, er kämpft mit der Müdigkeit. Lombarda ist ein einfacher Pass, lang, aber einfach. Man muss nur mit den Elementen zurechtkommen: Der Verkehr besteht aus Wohnmobilen, Sportwägen und Motorradfahrer:innen. Und mittendrin ein paar Radfahrer:innen, die fast verloren wirken!

Nachdem ich in Fauniera die Hölle durchlebt habe, schwor ich mir, dass ich die Tour um jeden Preis zu Ende bringen würde. Jetzt höre ich auf, auf mich zu hören. Ich mache einfach weiter. Ich versuche, Tom abzulenken. An einer Kurve: eine lose Speiche. Ich rufe meinen Mechaniker an, finde etwas, um sie zu reparieren, versuche, diese Geschichte zu vergessen und fahre sofort weiter.

Majeur #6: Lombarda, hair in the wind, lower legs inwards!

The drugs are working. My knee is still sore, but my back is loosening up. Now Tom's hurting. He still has the legs; he's just fighting fatigue. The Lombarda is an easy pass, long but easy. You just have to deal with the elements: traffic made up of motor homes, sports cars and bikers.  And in the middle, a few cyclists who seem to have gotten lost.

After Fauniera, I promised myself that, given the hell we'd been through, I would finish, whatever the cost. At this point, I stop listening to myself. I just move forward. I try to distract Tom. At a bend: a loose spoke. I call my mechanic, find something to fix it, try to forget this episode and continue immediately.

I must say that I have nothing to take away from this pass, except for the last two kilometers which gave us a glimpse of the French Queyras and the enticing prospect of the Bonette - from the end.

Now against a headwind, we push ahead, reach the pass. Listless, barely warm despite the effort. Bundled up, refuelled with supplies we literally looted, we make our way down to Isola.

What awaits us is a transition to Saint-Etienne-de-Tinée, a slight but insignificant slope, the wind on our backs. I know this route as I'd taken it in the opposite direction to reach Menton. I take advantage of it because I know that the last pass that awaits us, synonymous with deliverance, is also one hell of a pass.




Ich muss sagen, dass ich von diesem Pass nichts behalten habe, ausser den letzten zwei Kilometern, die uns einen Blick auf die französischen Queyras und die faszinierende Aussicht auf die Bonette ermöglichten – ganz zum Schluss.

Bei Gegenwind arbeiten wir uns zum Pass. Lustlos, kaum warm trotz der Anstrengung. Dick eingemummelt und mit Vorräten, die wir buchstäblich geplündert haben, machen wir uns auf den Weg hinunter nach Isola.

Es folgt ein Abschnitt nach Saint-Etienne-de-Tinée, eine leichte, nicht nennenswerte Steigung, mit Rückenwind. Ich kenne diese Strecke, ich bin sie bereits in der entgegengesetzten Richtung gefahren, um nach Menton zu kommen. Ich profitiere davon, denn ich weiss, dass der letzte Pass, der uns erwartet, das lang ersehnte Ziel und gleichzeitig die Hölle ist.


Majeur #7 Bonette: Weder der höchste, noch der schönste Pass Europas, und dennoch keine leichte Aufgabe...

Bonette schüchtert Radfahrer:innen ein, lockt sie aber auch an. Er macht ein leeres Versprechen: Dieser Pass ist nicht der höchste in Europa und auch nicht der schönste, wenn man ihn von Tinée aus fährt.

Wir interessieren uns nicht mehr für die Landschaft. Mein Knie schmerzt wieder. Ich habe keine Lust mehr, aber ich fahre weiter. Bei Tom ist wie immer alles in Ordnung. Er ist müde, tritt aber mit Leichtigkeit in die Pedale. Ich wusste ja, dass er viel Kraft hat, aber das ist unglaublich. Er lächelt, motiviert mich, redet mit mir. In dieser Phase bin ich leider für jede Ermutigung unempfänglich.

Ich bin schon eine ganze Weile in meiner Blase und versuche, mir einzureden, dass die Schmerzen nur vorübergehend sind, dass sie der Preis für den Erfolg sind.

Ich sage mir immer wieder, dass wir nach zwanzig Stunden im Sattel, insgesamt fast vierundzwanzig Stunden seit unserer Abfahrt, nicht aufgeben dürfen. Ich möchte niemanden enttäuschen, der mir geholfen hat, all dies auf die Beine zu stellen...

Majeur #7 Bonette: Not the highest pass in Europe, not the most beautiful, not an easy feat...

Bonette frightens cyclists but also lures them in. It offers them a false promise: no, this pass is not the highest in Europe, nor the most beautiful when you climb it from Tinée.

For us, the question isn't about enjoying the landscape anymore. My knee is in pain again. I'm sick of it, but I push ahead. Tom, as usual, is still OK. Tired but pedalling with ease. I knew the guy was strong, but this is insane. But he is smiling, motivating me, talking to me. Unfortunately, at this stage, I am impervious to any encouragement. I've been in my bubble for a while now, trying to convince myself that the pain will only be temporary, that it’s the price to pay to succeed. I keep telling myself that after twenty hours in the saddle, almost twenty-four hours total since our departure, we can't give up. I don't want to disappoint anyone who's helped me put all of this together...

As I start to get a glimpse of the summit, a memory comes back to me; giving up in Bordeaux-Paris in May for mechanical reasons. Giving up twice in a row is a no-go, so I push ahead, lower my head, and set aside any negative thoughts, any signs coming from my body. At this point, I'm no longer really aware of being on a bicycle.

Know, though, that the Bonette can be a piece of cake when approached in other conditions. It is a pass with varied landscapes, its military installations, long since abandoned, give it a desert-like air. We come across herds and sheepdogs running around the slope with almost intolerable ease!

Col de la Bonette, like the others, is a climb. A little longer, but not harder… Except for us. We've given so much to get here. The ascent is punishing. But it's also liberating. Once at the pass, you have to get used to the idea that it's not over: you have to reach the damn summit. And for once, everyone will tell you that it's a challenge. A two-digit gradient to complete the loop. Tom is smiling. We're almost there.

Marie is waiting for me a few decametres from the famous plaque celebrating the highest route in Europe. We finish together. She barely jogs to follow me. I give what I have left and set my bike down.

We've made it!

Tired, drained, but we made it... I'm at a point where I can't even erupt in joy or scream with happiness. I'm not necessarily happy. I just have this feeling of a duty accomplished.

The photo is quickly taken. We make our way down to Jausiers in the rain. The weather has given us a lovely surprise; nice and dry while riding the 7 Majeurs and rain just before returning to the hotel.

It's now been a month since the loop was looped. The memories, at first confused, are slowly consolidating. The puzzle pieces are coming together and, unsurprisingly, I'm already looking for the next challenge. But to all those who want to see more, who love the mountains: accept Patrick's invitation and leap into the 7 Majeurs!




Als ich beginne, den höchsten Punkt zu erahnen, kommt mir eine Erinnerung zurück: Im Mai musste ich bei Bordeaux-Paris aus technischen Gründen aufgeben. Zweimal hintereinander aufgeben kommt nicht in Frage. Ich fahre also weiter und verdränge alle negativen Gedanken und die Signale, die mir mein Körper gibt. Zu diesem Zeitpunkt merke ich schon fast gar nicht mehr, dass ich auf einem Fahrrad sitze.

Unter anderen Umständen ist Bonette ein Kinderspiel. Der Pass ist landschaftlich sehr abwechslungsreich, die verlassenen Militäreinrichtungen vermitteln einen Hauch von Wüste. Wir treffen auf Herden und Schäferhunde, die mit fast unerträglicher Leichtigkeit über den Hang laufen!

Col de la Bonette ist ein Anstieg wie die anderen. Ein bisschen länger, aber nicht schwieriger... Ausser für uns. Wir haben so viel gegeben, um hierher zu kommen. Der Anstieg ist anstrengend. Aber er ist auch befreiend. Auf dem Pass angekommen, muss man sich allerdings an den Gedanken gewöhnen, dass es noch nicht vorbei ist: Man muss den verdammten Gipfel erreichen. Und ausnahmsweise sagt dir jeder, dass es eine Herausforderung ist. Eine zweistellige Steigung, um die Runde zu beenden. Tom lächelt. Wir sind fast am Ziel.

Marie wartet direkt neben der berühmten Gedenktafel der höchsten Route Europas auf mich. Wir kommen gemeinsam ins Ziel. Sie muss sich kaum anstrengen, um mir zu folgen. Ich gebe alles, was ich noch habe, und stelle mein Bike ab.

Wir haben es geschafft!

Müde, erschöpft, aber wir haben es geschafft... An diesem Punkt kann ich nicht einmal mehr in Freude ausbrechen oder vor Glück schreien. Ich bin nicht unbedingt glücklich. Ich habe nur das Gefühl, eine Aufgabe erledigt zu haben.

Schnell werden noch ein paar Fotos gemacht. Wir machen uns im Regen auf den Weg hinunter nach Jausiers. Das Wetter hat uns ganz schön überrascht: trocken während der gesamten Fahrt über die 7 Majeurs und dann Regen auf den letzten Metern zum Hotel.

Es ist jetzt einen Monat her, dass die Runde geschafft haben. Die verwirrenden Erinnerungen ordnen sich langsam. Die Puzzleteile fügen sich zusammen, und es überrascht nicht, dass ich bereits nach der nächsten Herausforderung Ausschau halte. An alle, die mehr wollen und die Berge lieben: Nehmt Patricks Herausforderung an und stellt euch den 7 Majeurs!