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Interview mit Chris Ball, dem Gründer der Enduro World Series

24. Oktober 2014 — EventRadar
EventRadar

Nach fünf Jahren als Technikbeauftragter bei der UCI hat Chris Ball im Jahr 2012 die Enduro World Series (EWS) ins Leben gerufen. Trotz randvollem Terminkalender ist Ball mit uns zusammengesessen, um über die Zukunft der EWS zu sinnieren.

Wer ist Chris Ball? Wie kamst du zum Radfahren? Wie hast du es zu dem gebracht, was du heute bist?

Ich glaube, ich kann einfach nicht stillsitzen, bin gerne an der frischen Luft und so aktiv wie möglich. Ich habe schon während der Schulzeit mit dem Radfahren begonnen und fuhr bis 2007 Downhill-Weltcups. Nach einer Knieverletzung und dem Abschluss meiner Ausbildung fand ich Gefallen an der Arbeit mit Fahrern und habe ins Trainerlager und später zur UCI gewechselt, wo ich verantwortlich für den Gravity-Bereich wurde. In der letzten Phase meiner Arbeit dort habe ich angeregt und auch darauf hingearbeitet, dass mehr in das Gravity-Segment investiert wird. Als meine Pläne im September 2012 abgelehnt wurden, habe ich den Job an den Nagel gehängt und stattdessen mit Freunden die Enduro World Series gegründet, welche ich eigentlich in die UCI holen wollte.

Fangen wir ganz am Anfang an für diejenigen unter uns, die keine Mountainbiker sind oder den letzten Hype nicht mitgekriegt haben. Was ist Enduro?

Ganz vereinfacht gesagt, ist es ein Etappenrennen. Die Etappen sind überwiegend abfahrtsorientiert und sowohl technisch als auch körperlich anspruchsvoll. Man kann also sozusagen die ganze Zeit tolle Strecken runterfahren ohne sich vorher hochmühen zu müssen. Für die Gesamtwertung werden die einzelnen Etappenzeiten zusammengezählt. Die Rennen haben also auch einen taktischen Aspekt.

Was macht den perfekten Enduro-Fahrer aus?

Er ist smart und geschickt, physisch ausdauernd und technisch exzellent. Alles in allem also ein wirklich vielseitiger Mountainbiker.

Nun da wir das Basiswissen über den Sport und seine Teilnehmer haben, was ist die Enduro World Series (EWS) und warum war deren Gründung so wichtig für den Mountainbikesport?

Ich denke, die EWS ist deswegen so wichtig, weil sie zu einer Zeit kommt, in der sich Downhill und XCO immer stärker professionalisieren und für viele Alltagsbiker nicht mehr wirklich zugänglich sind Ich denke, die EWS ist deswegen so wichtig, weil sie zu einer Zeit kommt, in der sich Downhill und XCO immer stärker professionalisieren und für viele Alltagsbiker nicht mehr wirklich zugänglich sind. Gleichzeitig gab es eine sprunghafte Entwicklung von Bikes mit 140 bis 160 mm Federweg, sodass wir jetzt auch Gelände befahren können, welche vor zehn Jahren nicht in Frage gekommen wären. Man muss festhalten, dass Enduro ohne die Entwicklungen bei Federsystemen, Sattelstützen, Werkstoffen, Übersetzungen und Rahmendesigns gar nicht existieren würde. Der Sport wurde sozusagen gerade erst aus der Taufe gehoben.

Die EWS und die Enduro Mountain Bike Association (EMBA) sind das Werk von Fred Glo, Enrico Guala, Darren Kinnaird und dir. Wie lief das ab? Wie sind eure Rollen in den Organisationen verteilt?

Wir alle haben zuvor in Organisationen gearbeitet, welche mit Radsport zu tun haben, und sind selbst aktive Fahrer. Wir wollen den Leuten zuhören und Enduro ihren Wünschen entsprechend weiterentwickeln. Natürlich können wir nicht jede Idee berücksichtigen, aber wir haben ein Feeling dafür, was die Leute mögen, und wollen dies in unserer Serie umsetzen.  

Wie würde ein Wettkampf ablaufen, in welchem ihr vier gegeneinander antretet?

Haha. Darren wäre viel zu aufgeregt und würde an der ersten Ecke abstürzen. Enrico verpasst bestimmt den Start, weil er mit jemandem quatscht. Ich würde mitten im Rennen einen Anruf erhalten und anhalten müssen. Und Fred würde still und leise in aller Seelenruhe eine unschlagbare Zeit hinlegen.

Das erste Jahr liegt hinter euch. Soweit wir das beurteilen können, lief es rund, obwohl ihr recht spät mit der Planung begonnen habt. Was war rückblickend dein persönliches Highlight?

Da gab es einige. Ich würde sagen, die Siegerehrung in Punta Ala und das Finale waren die emotionalen Höhepunkte. Die Siegerehrung deshalb, weil wir den ersten Gewinner auszeichnen konnten und somit die erste Hürde genommen hatten. Und das Finale deshalb, weil wir einen Gewinner der Serie hatten, was bedeutete, dass wir es tatsächlich geschafft haben, die EWS auf die Beine zu stellen. Aber es gibt natürlich noch unzählige weitere Momente, an die ich mich gern zurückerinnere. Wie in Les Deux Alpes, als wir bei Sonnenaufgang die Strecke markiert haben. Oder wie wir auf einer Etappe beim Finale eine Gruppe Journalisten zu einem Wespennest geführt haben. Oder wie wir in Val d’Isere mit Schnee gekämpft haben. Oder das Fahren auf den aufregenden Strecken in Colorado und Whistler.

Und deine Vision: Wo siehst du die EWS in 5 Jahren?

Ich vermute, dass die Zeitenabstände kleiner werden, wir mehr Gewinner und eine stärkere Konkurrenz in den Top Ten haben werden. Die Fahrer und Räder werden leistungsfähiger und spezieller auf die Einsätze zugeschnitten. Im Zentrum steht jedoch das Gefühl der Fahrer, ein grossartiges Rennen erlebt zu haben.  

Bereits im ersten Jahr war die EWS wirklich eine World Series mit Teilnehmern aus der ganzen Welt. Wie sah der Auswahlprozess für die Austragungsorte und Rennen aus?

Wir haben mit den Events von Fred, Enrico und Darren begonnen und das Colorado Freeride Festival dazu genommen, da dieses das älteste Endurorennen in den USA ist – und dazu noch ein gutes!

Für das Jahr 2014 stehen auch Chile und Grossbritannien auf dem Programm. Was darf man von diesen Schauplätzen erwarten?

 Für jeden wird etwas Neues dabei sein, auch ein paar sehr schnelle Einheimische, welche die regelmässigen Teilnehmer noch nicht kennen

Abwechslung. Für jeden wird etwas Neues dabei sein, auch ein paar sehr schnelle Einheimische, welche die regelmässigen Teilnehmer noch nicht kennen. In Grossbritannien sind die Hügel nicht so hoch, die Bäume stehen dichter und es wird deshalb klassische UK-Strecken geben. Es könnte nass und rutschig werden und weil es dort keine Gebirge wie die Alpen oder die Anden gibt, wird es ein körperlich anstrengendes Rennen auf sanft geschwungenen Hügeln. 

Und wenn ich zwischen der 3. und 4. Etappe müde bin, kann ich den Lift benutzen?

Das kannst du, wenn die Organisatoren es dir erlauben!

Von Crankworx bis zum Finale schienen die einzelnen Etappen der Serie verschiedene Interpretationen eines Endurorennens aufzuweisen. Versucht ihr Standards einzuführen oder ginge das gegen die Natur von Enduro?

Wir haben die Serie bis zu einem bestimmten Grad standardisiert, aber wir wollen, dass das Format abwechslungsreich bleibt, damit die Teilnehmer am Ball bleiben. Wir haben festgelegt, dass es nur einen Startpunkt gibt und dass alle Etappen zählen. Wir haben auch an Standards für die Trainingszeiten gearbeitet. Jetzt haben die Leute schon eine viel klarere Vorstellung von Enduro als noch vor einem Jahr.

Das Material im Endurobereich – die Räder und das Zubehör -  sind sehr facettenreich. Die Laufradgrössen sind nur einer von vielen oft diskutierten Aspekten. Was hältst du mit deinem Hintergrund als Technikbeauftragter der UCI von der Standardisierung der Gänge?

Davon halte ich nicht viel. Als ich bei der UCI war, wollten wir dem Mountainbikesport immer so wenig Beschränkungen wie möglich auferlegen. Der Sattelwinkel, die Radgrösse, das Reifenprofil oder Übersetzungsvorgaben sind für die Strasse da. Enduro muss genauso flexibel sein wie es ist und auch so bleiben. Wir sollten die Fahrer frei entscheiden und die Industrie selbst entwickeln lassen.

Zum einen stellt man deutlich fest, dass ihr noch keine allzu starke Kommerzialisierung durchgemacht habt, wie dies bei anderen Rennserien der Fall ist, zum anderen fahren die Athleten auf alles ab was von der Industrie mit „Enduro“ gelabelt ist. Wie verfahrt ihr mit dem Sponsoring und seiner finanziellen Seite?

Das ist keine einfache Sache. Wir versuchen eine Art Crowd Funding zu implementieren, wo jede Marke die Möglichkeit hat, einen kleinen Beitrag zur Verwirklichung des Ganzen zu leisten. So geben wir einerseits den verschiedenen Organisatoren die nötige Freiheit  in Bezug auf das Sponsoring und andererseits gibt es uns die Freiheit, denjenigen Weg einzuschlagen, welchen wir gehen wollen.

Was machst du, wenn du nicht gerade die Zukunft der EWS planst?

Radfahren, Skitouren, Klettern oder Fotografieren.

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