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Julien Absalon – die Renaissance einer Legende

26. Oktober 2016 — BMCVoice
BMCVoice

Die Vorstellung kann man sich bei diesem grossen Namen der Szene wohl sparen – sein Ruf eilt Julien Absalon weit voraus; dem Mann, der sich auf dem Bike definitiv wohler fühlt als vor der Kamera und der dafür bekannt ist, seine Ergebnisse für sich sprechen zu lassen. Er ist unbestritten der erfolgreichste Mountainbiker aller Zeiten und das Faszinierendste: noch immer ist er mit der gleichen Leidenschaft und derselben Motivation unterwegs wie vor 20 Jahren, als seine beispiellose Karriere ihren Anfang nahm. Seit nunmehr einer Dekade dominiert Julien mit seiner ruhigen, höflichen Art den Mountainbike-Sport, doch natürlich gab es auch auf seinem Weg Höhen und Tiefen. Seine akribische Detailversessenheit in Bezug auf seine Rennvorbereitung und sein Equipment wurde ihm an einem gewissen Punkt seiner Laufbahn beinahe zum Verhängnis. Um den Anschluss an die Weltspitze nicht zu verlieren und weiterhin ganz oben mitfahren zu können, musste er die für ihn wohl schwierigste Lektion lernen: das Risiko einzugehen, neues Equipment auszuprobieren, die Kontrolle abzugeben und eventuell sogar zu scheitern. Er hat es gewagt und aus dieser Lehre das Beste herausgeholt: der Mut, neue Wege zu gehen, hat ihn endgültig zum grössten seiner Zunft gemacht.

Dieser Sport ist pure Dynamik

Cross-Country Mountainbiken hat sich in den letzten 20 Jahren drastisch verändert. Und die Athleten mussten sich dieser Weiterentwicklung notgedrungen anpassen: kürzere Rennen, kompaktere und technischere Strecken mit künstlichen Hindernissen wie Felsstufen, Drops, Sprüngen und Anliegern. Damit einher gingen Reformen von Taktik, Trainingsaufbau und Material.

Julien Absalon startete seine Rennkarriere im Jahr 1994 auf einem Aluminium Hardtail mit 26“ Reifen, Felgenbremsen, einem 550mm schmalen Lenker und drei Kettenblättern. Viele Jahre lang war er geradezu besessen davon, das Gewicht seiner Bikes so niedrig wie möglich zu halten – jedes überflüssige Gramm zu eliminieren war quasi sein liebstes Hobby. Irgendwann ging er sogar so weit, die Metallschrauben an seinem Rad durch Plastikmodelle zu ersetzen. „In der Vergangenheit waren die meisten meiner Entscheidungen von der Idee getrieben, ein möglichst leichtes Bike zu haben“ fügt Absalon hinzu. „Damals war das Gewichts-Kraft-Verhältnis enorm wichtig. Die Rennstrecken begünstigten gute Kletterer und ich wollte wirklich alles dafür tun, der Schnellste zu sein“.

Julien Absalons erste Weltmeisterschaft endete gleich im berühmten Regenbogentrikot. Mont-Sainte-Anne 1998

Julien Absalons erste Weltmeisterschaft endete gleich im berühmten Regenbogentrikot. Mont-Sainte-Anne 1998

Und dennoch: irgendwann lief er Gefahr, von der sich rasant entwickelnden Technologie überholt zu werden – Absalon war der einzige unter den 20 Besten der Welt, der bei den Olympischen Spielen in London noch immer auf 26“ Rädern an den Start ging. „Zu der Zeit habe ich mich auf dem Bike einfach wohl gefühlt und sah absolut keine Notwendigkeit, auf die grösseren Räder umzusatteln.“ Seither hat sich einiges geändert. Er ist nun Mitglied des BMC MTB Racing Team und dominiert die Weltspitze mit einem BMC Fourstroke; ein Karbon-Fullsuspension-Mountainbike mit 29“ Laufrädern und einem 700 mm breiten Lenker, Scheibenbremsen, Einfach-Kettenblatt, elektronischer Schaltung und Lockout. Für die Saison 2016 hat er sogar mit einer 65 mm absenkbaren Sattelstütze nachgerüstet! „Noch vor vier Jahren, als Julien zu unserem Team kam, war es unvorstellbar, dass er sich dazu herablassen würde, ein Fully auch nur auszuprobieren – ganz zu schweigen davon, es in einem Rennen zu fahren“, so Alex Moos, Teammanager des BMC MTB Racing Teams. Wie um alles in der Welt kam es also dazu, dass der eigenwillige Franzose seine Angst vor dem unaufhaltbaren Wandel überwinden konnte und lernte, neue Technologien nicht nur zu akzeptieren, sondern diese förmlich aufzusaugen?

Es dreht sich alles nur ums Bike

Die Anfänge des Mountainbike-Rennsports waren simpel: Die Fahrer traten bei Downhill- und Cross-Country-Rennen auf nahezu identischen Bikes an. Seitdem hat sich viel getan. Bei der Materialauswahl gibt es unzählige Entscheidungen zu treffen; Hardtail oder Fully? Welcher Reifendruck ist optimal? Wieviel psi kommen in Federgabel und Dämpfer? Um wirklich Julien legt sehr grossen Wert auf sein Material. Verändere etwas an seinem Bike, ohne es ihm vorher zu sagen und er merkt es beim ersten Tritt in die Pedaleerfolgreich zu sein, ist ein Athlet auf ein Team aus Weltklasse-Mechanikern und -Beratern angewiesen, das bei der heutigen Fülle an technischen Elementen den entscheidenden Unterschied ausmacht. „Julien legt sehr grossen Wert auf sein Material. In diesem Punkt ist er wirklich sehr akribisch, fast schon pingelig. Er hat ein enorm gutes Gespür: Verändere etwas an seinem Bike, ohne es ihm vorher zu sagen und er merkt es beim ersten Tritt in die Pedale“, so Moos. Diese besondere Art der Feinfühligkeit hat ihn zu einem unverzichtbaren Baustein in der Weiterentwicklung von Technologien gemacht – nicht nur BMC, auch andere Partner des Racing Teams wie beispielsweise Shimano, schätzen seine Expertise. „Er ist unschlagbar darin, absolut präzises Feedback zu geben. Das hilft uns und unseren Partnern enorm im Produktentwicklungsprozess“, fügt Stefan Christ, Head of Products bei BMC Switzerland, hinzu.

Im Laufe seiner Karriere ist es Julien gelungen, seine Bedenken abzulegen.

Im Laufe seiner Karriere ist es Julien gelungen, seine Bedenken abzulegen.

Bei der Entwicklung der XTR Di2 Gruppe hat Shimano sehr eng mit Julien Absalon zusammengearbeitet. Laut Cor Van Leeuwen „war diese Kooperation für uns extrem wertvoll. Julien war der erste Fahrer, der die XTR Di2 getestet hat; das war Anfang 2013.“ Wenn er erst einmal vom Nutzen einer neuen Technologie überzeugt ist, wird der fünffache Weltmeister wieder zum Kind, das ein neues Spielzeug entdeckt. „Am liebsten hätte er den Prototypen sofort im Rennen gefahren. Julien ist der professionellste Fahrer der Branche. Es gibt keinen Besseren, um unsere Produkte zu testen. Was er für gut befindet, wird jeder andere als perfekt einstufen. Bei der Entwicklung der XTR Di2 war er Gold wert.“

2014: Hinter den Kulissen von Hafjell

Absalon stiess 2013 nach einer enttäuschenden Saison zum BMC MTB Racing Team, eine ganze Reihe alter Gewohnheiten im Gepäck. Auch wenn wir einige von ihnen akzeptierten, so musste das Teammanagement ihm manche Innovation regelrecht überstülpen. „Es fiel ihm schwer, sich auf modernes Equipment einzulassen“, erinnert sich Moos. „Wenn ihm etwas gefiel, konnte man ihn nur mühsam davon überzeugen, etwas Neues auszuprobieren. Er fühlte sich sofort angegriffen. So mussten wir ihn nicht nur überreden, sondern manchmal regelrecht zu Dingen zwingen“, sagt Moos mit einem verschmitzten Lächeln auf den Lippen. „Definitiv der Fall war das im Jahr 2013, als er immer noch mit 26“ Laufrädern fahren wollte. Doch als er Mitglied des BMC MTB Racing Teams wurde, blieb ihm nichts anderes übrig, als auf 29“ umzusteigen“. Trotz dieser Anfangsschwierigkeiten, die bei einem Wechsel zu einem neuen Team ganz normal sind, hat sich schnell ein enges Vertrauensverhältnis zwischen Fahrer, Moos und den Mechanikern entwickelt.

Auf seine Mechaniker kann sich Julien voll und ganz verlassen.

Auf seine Mechaniker kann sich Julien voll und ganz verlassen.

„Das Team hat immer sehr schnell reagiert, stets vollen Einsatz gezeigt und ich habe rasch festgestellt, welche Fortschritte ich dadurch gemacht habe.“ Doch obwohl längst das Gegenteil bewiesen war, konnte Absalon seinen Gewichtsfetisch noch nicht gänzlich ablegen. „Er hat sich lange geweigert, die Teamversion des BMC Fourstroke Fullsuspension Mountainbikes zu fahren“, erinnert sich Moos. „Denn es war natürlich schwerer als das Teamelite Hardtail. Er musste erst einige Rennen verlieren und am eigenen Leib erfahren, dass die Konkurrenz mit ihren Fullys auf den technisch teilweise sehr anspruchsvollen Strecken signifikante Vorsprünge herausfahren konnte. Ich konnte bei den Weltcups in Mont-Sainte-Anne und Windham zwar nicht selbst vor Ort sein, habe mir die Rennen jedoch aufmerksam im Fernsehen Wider seinen Willen konnte ich ihn davon überzeugen, eine Testrunde mit dem Fourstroke zu drehen. Und er kam einfach nicht mehr zurück! Wir mussten ihn regelrecht vom Rad holen!angeschaut. Es war offensichtlich, dass ihm ein Fully enorm geholfen hätte. Und so entschied ich – ohne Julien davon in Kenntnis zu setzen – ihm ein eigenes Rad aufbauen zu lassen. Einige Wochen später, beim World Cup in Méribel, präsentierte ich ihm das Bike. Zuerst wollte er es nicht einmal ausprobieren, aber an diesem Punkt musste ich meine Muskeln spielen lassen und ihn schlichtweg dazu zwingen. Wenigstens eine Runde konnte ich ihm so aus den Rippen schneiden. Als er zurück kam, brachte er ein kurzes ‚so schlecht war es gar nicht’ über die Lippen und dass er es vielleicht beim Roc d’Azur fahren wolle.“ Doch Schlitzohr Moos ist bekanntlich mit allen Wassern gewaschen: Nach dem Rennen in Méribel, bei dem sich Absalon seinem Erzrivalen Nino Schurter geschlagen geben musste, liess er Absalons Teamelite sofort weiter nach Norwegen verschiffen. Somit blieb dem Weltcupsieger von 2014 für die nächsten zwei Wochen nur noch das BMC Fourstroke. „Ich erfand eine Entschuldigung und brachte ihn dazu, es auch noch mit nach Norwegen zu nehmen, wo ein Fully wirklich Sinn machte. Wenn auch widerwillig – er hing einfach noch sehr an seinem Teamelite – konnte ich ihn davon überzeugen eine Testrunde mit dem Fourstroke zu drehen. Und er kam einfach nicht mehr zurück! Wir mussten ihn regelrecht vom Rad holen!“

Absalon hatte ein neues Spielzeug gefunden und soviel Spass daran, dass er darüber den Druck der Weltmeisterschaft total vergass. Was dann geschah, ist Geschichte. Er gewann seinen fünften Weltmeistertitel, sieben Jahre nach seinem letzten Erfolg. „Ich bin überzeugt, dass der Materialwechsel den entscheidenden Unterschied ausgemacht hatIch bin überzeugt, dass der Materialwechsel den entscheidenden Unterschied ausgemacht hat. Auch wenn es sicherlich ziemlich riskant war, eine so signifikante Veränderung so kurz vor einem so bedeutenden Rennen zu machen – es war genau der Clou, den ich in diesem Moment gebraucht habe.“ Die Weltmeisterschaften 2014 sollten also zum absoluten Wendepunkt in Absalons Karriere werden. Er realisierte schliesslich, dass Gewicht nicht alles ist und dass die Vorteile einer neuen Technologie ein paar Gramm mehr auf der Waage bei weitem kompensieren. Im darauffolgenden Frühjahr gewann er seinen 30. Weltcup – auf dem komplett überarbeiteten Teamelite mit Micro-Travel Technology (MTT).

Das BMC MTB Racing Team - zum vierten Mal in Folge das beste Weltcup-Team

Das BMC MTB Racing Team - zum vierten Mal in Folge das beste Weltcup-Team

Wie guter französischer Wein: je älter, desto besser

In der Saison 2016 geht Absalon sogar noch einen Schritt weiter: Wie immer auf der Suche nach dem Non-Plus-Ultra in Sachen Material, fährt er mittlerweile im Wettkampf eine höhenverstellbare Sattelstütze. Damit lässt sich der Sattel von einem Hebel am Lenker aus schnell nach oben oder unten verstellen, was beispielsweise für Enduro-Fahrer essentiell ist, da eine tiefe Sattelstellung bei steilen Abfahrten mehr Sicherheit bietet. „Die Vario-Stütze hat meinen Fahrstil total verändert: Ich kann Hindernisse leichter überwinden, spare Energie und bin bergab auch noch schneller“. Allerdings liegt der Gewichtsnachteil bei stolzen 400 g. „Das ist sicherlich nicht vernachlässigbar, aber diese Sattelstütze bringt dafür auch wirklich viele Vorteile mit sich. Was für mich letztendlich ausschlaggebend war? Der enorme Fahrspass!“ Nach einigen Trainingseinheiten entschied sich Julien, sie auch im Rennen einzusetzen und war so der erste Fahrer auf XCO Weltcup-Level, der eine absenkbare Sattelstütze im Wettkampf gefahren ist. Er ist sich sicher, dass bald auch weitere Cross-Country-Fahrer auf den Geschmack kommen. Absalon als Trendsetter? Wer hätte das vor fünf Jahren gedacht. “Nicht einmal ich selbst!“ sagt er. Mit einem dicken Grinsen im Gesicht.

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